Dienstag, 14. Juli 2015

Tag 316

So. Nun wären also zehn elftel meiner Zeit in Ghana geschafft. Wenn ich zurück schaue, fällt mir vor allem eins auf: Das ich immer noch nicht ganz glauben kann, dass das alles wirklich passiert ist. Ich weiß aber auf jeden fall, dass ich unglaublich dankbar bin, diese Chance bekommen zu haben, ich würde mein Jahr gegen nichts eintauschen wollen.

Die letzten Wochen waren toll, ziemlich verrückt und vollgestopft. Seit meinen Osterferien schon, also vor zwei bis drei Monaten, passiert alles unter dieser Abschieds-letztes-Mal-Stimmung. Man reist nochmal zu seinen Lieblingsorten, man bereitet ein letztes Mal Examen für die Schule vor - nicht das mir ausgerechnet das unbedingt fehlen wird - man stellt Listen auf was noch alles zu erledigen ist und macht Pläne wie man all sein neues Gepäck bestmöglich nach Deutschland bekommt.

Ich hatte noch einmal Besuch, von einer Freundin aus Frankfurt, dass war super schön, aber auch nicht gerade Alltag. Jetzt liegt noch eine gute Woche Projekt Arbeit vor mir und dann heißt es reisen, Abschied nehmen und sich irgendwie (wie das gehen soll weiß ich noch nicht) auf Deutschland vorzubereiten.

Ich kann nicht sagen mein Jahr in Ghana war so oder so. Ich weiß nicht wie ich in einem Text erklären könnte, wie es mir mit dem Gedanken an den Abschied geht. Vielleicht so, es ist nicht unbedingt das Land Ghana was mir so unglaublich fehlen wird, sondern eher das Leben, das ich hier führe. Immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln, immer wieder neue Menschen kennen zu lernen, neue Orte zu entdecken. Dann die Freunde die ich hier habe, natürlich wird man sich wieder sehen, vielleicht bleibe ich auch mit manchen ein Leben lang in Kontakt, aber man wird nie wieder elf Monate lang eine solche Extremsituation teilen.
Ghana und die Menschen hier sind ein Zuhause für mich geworden. Ich dachte letzten August, ja klar, man kann sich an alles gewöhnen, aber ich hatte nicht erwartet mich so sehr als Teil dieser Gesellschaft zu fühlen.
Ein fremdes Land kann also ein Zuhause werden. Und bestimmt werde ich eines Tages zurück kehren um dieses zweite Zuhause zu besuchen, aber es wird nicht mehr das Selbe sein, meine Zeit hier bekomme ich nicht zurück.

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