Es tut mir leid. Es tut
mir ganz ehrlich leid. Meine Motivation regelmäßig zu bloggen ist
komplett im Keller. Ich könnte das jetzt wieder auf den unglaublich
schlechten Internet Zugang schieben, aber Tatsache ist, ich hab viel
zu lange nichts geschrieben.
Also fange ich vielleicht
mal damit an, zu verschiedenen Themen kleine Updates zu liefern.
Mein Projekt:
Das ist so ne Sache. Ich
weiß wir wurden hundertmal vorgewarnt, dass man als unausgebildeter
Freiwilliger in einer fremden Kultur nicht wirklich etwas bewegen
kann. Das man sich anpassen sollte und es eher als Bereicherung für
einen selber ansehen sollte.
Das ich praktisch nichts
bewegen kann, habe ich kapiert. Aber leider fördert das nicht gerade
meine Motivation etwas zu bewegen. Natürlich, ich liebe die Mädchen
an meiner Schule, ich arbeite gerne mit ihnen und wenn sie Erfolge
erleben bin ich stolz. Doch es ist so, dass mich mein Projekt zur
Zeit nicht gerade mit Freunde erfüllt. Ich bin unzufrieden mit
einigen Dingen, wie zum Beispiel der Organisation und Handhabung von
Formalitäten und Regelungen. Kleine Anekdote dazu: Vor den
Winterferien habe ich einige Tage in der Schule gefehlt, da ich eine
Bindehautentzündung hatte. Zur gleichen Zeit wurden Examen
geschrieben, auch Klassen von mir für welche ich Klausuren
vorbereitet hatte (was nebenbei echt Arbeit war) . Da ich das wusste
habe ich extra meine Klausuren dem Schulleiter vorbei gebracht, damit
er sie für mich austeilt.
Als ich, gesund und wieder
in der Schule, nach meinen Klausuren gefragt habe, konnte der gute
Mann sich an nichts erinnern und auf meine Erklärung hin konnte er
mir aber auch nicht helfen, da er meine Arbeiten nicht mehr gefunden
hat. Na toll.
Meine Gastfamilie:
Seit die Ferien um sind,
sind Monica (Hostmummy) und ich wieder alleine zuhause, da Anna
zurück auf dem Internat ist. Und zwischen uns läuft es unverändert
gut. Ich war mit ihr auf meiner ersten Beerdigung, welche zwar
unglaublich langweilig war aber in einem Festmahl und Besäufnis
endete, meine erste Verlobungsparty habe ich auch besucht und erst
gestern war ich auch einer „Geburtstagsmesse“ (um sechs Uhr
morgens!). Je mehr Zeit verstreicht, desto dankbarer bin ich, dass
ich ein ghanaisches Zuhause habe in dem ich mich wirklich wohl fühle.
Was bleibt sonst noch zu
erzählen? Ach ja meine Freunde...
Eine
kleine feste Clique sind wir eigentlich schon geworden. Denen habe
ich zu verdanken, dass ich in bestimmten Situation erst mal
nachdenke, anstatt gleich alles zu verteufeln. Und natürlich habe
ich ihnen zu verdanken, dass ich immer wieder wunderbare, verrückte
Wochenenden erlebe.
Das
ist so ein Luxus, dieses mit wenig Gepäck und wenig Geld, in das
nächste Tro zu steigen und für ein paar Nächte auszubrechen. Das
werde ich echt total vermissen.
Also,
ich muss sagen, wenn ich noch vor einem Monat alles mega, affen,
obergeil fand und es zu 100% genossen habe, dann hat das doch schon
ein klein wenig nach gelassen. Man könnte vielleicht sagen, dass ich
ein kleines Halbzeittief habe. Oder besser gesagt hatte, denn ich
spüre wie es wieder bergauf geht. Ich war auch krank, dass kam dazu,
mein Projekt macht mich nicht so glücklich und meine Familie (die
über Weihnachten da war) war wieder abgereist.
Aber
ich glaube das Gröbste habe ich überwunden und außerdem liegen ein
paar richtig coole Sachen vor mir.
Dieses
Wochenende fahre ich mit meiner lieben Sarah und meiner lieben Maria
nach Accra und wir machen uns ein schönes „Mädelswochenende“.
Die Woche drauf fahre ich schon mit meiner wunderbaren Susanna auf
ein Zwischenseminar nach Kumasi. Das geht eine Woche lang und wir
lernen nochmal ganz neue Leute kennen, auch aus Togo, Nigeria und
Burkina Faso, dass wird bestimmt spannend. Am 25. Februar dann kommt
meine Vorfreiwillige aus Deutschland für einen Monat nach Ghana.
Ende März bekomme ich schon wieder Osterferien und dann kommen im
April meine Tante und mein Onkel!
Also
Tief hin oder her, beschweren kann ich mich nicht.