Mittwoch, 4. Februar 2015

Hallo hallo, ja ich lebe noch.

Es tut mir leid. Es tut mir ganz ehrlich leid. Meine Motivation regelmäßig zu bloggen ist komplett im Keller. Ich könnte das jetzt wieder auf den unglaublich schlechten Internet Zugang schieben, aber Tatsache ist, ich hab viel zu lange nichts geschrieben.

Also fange ich vielleicht mal damit an, zu verschiedenen Themen kleine Updates zu liefern.

Mein Projekt:
Das ist so ne Sache. Ich weiß wir wurden hundertmal vorgewarnt, dass man als unausgebildeter Freiwilliger in einer fremden Kultur nicht wirklich etwas bewegen kann. Das man sich anpassen sollte und es eher als Bereicherung für einen selber ansehen sollte.
Das ich praktisch nichts bewegen kann, habe ich kapiert. Aber leider fördert das nicht gerade meine Motivation etwas zu bewegen. Natürlich, ich liebe die Mädchen an meiner Schule, ich arbeite gerne mit ihnen und wenn sie Erfolge erleben bin ich stolz. Doch es ist so, dass mich mein Projekt zur Zeit nicht gerade mit Freunde erfüllt. Ich bin unzufrieden mit einigen Dingen, wie zum Beispiel der Organisation und Handhabung von Formalitäten und Regelungen. Kleine Anekdote dazu: Vor den Winterferien habe ich einige Tage in der Schule gefehlt, da ich eine Bindehautentzündung hatte. Zur gleichen Zeit wurden Examen geschrieben, auch Klassen von mir für welche ich Klausuren vorbereitet hatte (was nebenbei echt Arbeit war) . Da ich das wusste habe ich extra meine Klausuren dem Schulleiter vorbei gebracht, damit er sie für mich austeilt.
Als ich, gesund und wieder in der Schule, nach meinen Klausuren gefragt habe, konnte der gute Mann sich an nichts erinnern und auf meine Erklärung hin konnte er mir aber auch nicht helfen, da er meine Arbeiten nicht mehr gefunden hat. Na toll.

Meine Gastfamilie:
Seit die Ferien um sind, sind Monica (Hostmummy) und ich wieder alleine zuhause, da Anna zurück auf dem Internat ist. Und zwischen uns läuft es unverändert gut. Ich war mit ihr auf meiner ersten Beerdigung, welche zwar unglaublich langweilig war aber in einem Festmahl und Besäufnis endete, meine erste Verlobungsparty habe ich auch besucht und erst gestern war ich auch einer „Geburtstagsmesse“ (um sechs Uhr morgens!). Je mehr Zeit verstreicht, desto dankbarer bin ich, dass ich ein ghanaisches Zuhause habe in dem ich mich wirklich wohl fühle.

Was bleibt sonst noch zu erzählen? Ach ja meine Freunde...
Eine kleine feste Clique sind wir eigentlich schon geworden. Denen habe ich zu verdanken, dass ich in bestimmten Situation erst mal nachdenke, anstatt gleich alles zu verteufeln. Und natürlich habe ich ihnen zu verdanken, dass ich immer wieder wunderbare, verrückte Wochenenden erlebe.
Das ist so ein Luxus, dieses mit wenig Gepäck und wenig Geld, in das nächste Tro zu steigen und für ein paar Nächte auszubrechen. Das werde ich echt total vermissen.

Also, ich muss sagen, wenn ich noch vor einem Monat alles mega, affen, obergeil fand und es zu 100% genossen habe, dann hat das doch schon ein klein wenig nach gelassen. Man könnte vielleicht sagen, dass ich ein kleines Halbzeittief habe. Oder besser gesagt hatte, denn ich spüre wie es wieder bergauf geht. Ich war auch krank, dass kam dazu, mein Projekt macht mich nicht so glücklich und meine Familie (die über Weihnachten da war) war wieder abgereist.
Aber ich glaube das Gröbste habe ich überwunden und außerdem liegen ein paar richtig coole Sachen vor mir.
Dieses Wochenende fahre ich mit meiner lieben Sarah und meiner lieben Maria nach Accra und wir machen uns ein schönes „Mädelswochenende“. Die Woche drauf fahre ich schon mit meiner wunderbaren Susanna auf ein Zwischenseminar nach Kumasi. Das geht eine Woche lang und wir lernen nochmal ganz neue Leute kennen, auch aus Togo, Nigeria und Burkina Faso, dass wird bestimmt spannend. Am 25. Februar dann kommt meine Vorfreiwillige aus Deutschland für einen Monat nach Ghana. Ende März bekomme ich schon wieder Osterferien und dann kommen im April meine Tante und mein Onkel!
Also Tief hin oder her, beschweren kann ich mich nicht.


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