Mittwoch, 29. April 2015

Faul sein ist wunderschön, denn die Arbeit hat noch Zeit...

Drei Wochen Urlaub. Drei Wochen völlige Freiheit und ein riesiger Haufen neuer Erlebnisse.

Woche Nummer 1:
Ich habe zwei Tage mit Ole und dessen Familie an der Voltamündung verbracht. Dieser Ort ist einfach unglaublich. Da wohnt man an einem wunderschönen See mit spiegelglattem glasklaren Wasser in Bambushütten am Strand und wenn man einmal die Dünen hinter sich überquert hat ist man an der Atlantikküste. Das ist so verrückt, auf der einen Seite Badewannenwasser und auf der anderen Seite tobende Wellen, keine 100 Meter von einander entfernt.



 
Im Anschluss daran habe ich mich alleine aufgemacht in die Voltaregion, zwei Freunde besuchen die dort in Wusuta arbeiten und leben. Ich habe eine völlig andere Ghana-Volunteer-Welt kennen gelernt. Ich, in Swedru mit dreißig Mitfreiwilligen um mich herum, war völlig begeistert von der dort herrschenden Ruhe und Abgeschiedenheit. Ich glaube ich hatte seit Monaten nicht mehr so viel in 48 Stunden geschlafen.

Das Osterwochenende:
Jedes Jahr an Ostern findet mitten in Ghana ein Paraglyding Festival statt zu welchem Profis aus der ganzen Welt kommen um begleitete Sprünge anzubieten. Gleichzeitig findet in der nächsten Bergstadt eine Art riesiges Straßenfest statt, bei welchem drei Tage lag gefeiert wird und auch namenhafte ghanaische Künstler auftreten, wie zum Beispiel Shatta Wale. (Der wird jetzt den wenigstens was sagen, aber ich schwöre in Ghana ist der der Star schlecht hin!) Da war ich von Freitag bis Sonntag mit vielen von meinen Lieben und Verrückten, habe gefeiert, mir die Gegend angeschaut und die Sprünge und die Aussicht bestaunt.
Ein Ostern der etwas anderen Art, aber wirklich unvergesslich schön.




Woche Nummer 2:
Und dann gingen meine Ferien eigentlich erst so richtig los!
Ostermontag habe ich mich mit Maria auf gemacht in Norden. Wir sind über Kumasi nach Tamale gefahren. Das ist die größte Stadt in der Northern Region. Wir waren völlig überwältig von der Veränderung. Alles dort ist weiter, flacher, offener und teilweise wesentlich entspannter. Glücklich gemacht haben mich irgendwie auch die hunderte von Frauen die auf ihren Mopeds ganz selbstständig rumgedüst sind.
Von da gings weiter nach Larabanga, ein kleines Dorf wo wir bei einer muslimischen Familie auf dem Dach gepennt haben. Dieses dorf befindet sich gute 10 Kilometer vor dem berühmten Mole Nationalpark wo wir früh morgens hingeradelt (!) sind um endlich Elefanten zu sehen.
 Es war einfach unbeschreiblich! Ich meine wir haben wahrscheinlich alle schon Elefanten gesehen - im Zoo - aber es wird einem erst klar wie beeindruckend sie sind wenn sie in freier Wildbahn plötzlich direkt vor einem stehen. Oder deiner Safari Gruppe plötzlich hinterher rennen, ist auch ne Erfahrung wert!
Nach dem Mole ging es weiter nach Bolgatanga, die nördlichste Stadt Ghanas und von da aus nach Paga das Dorf an der Grenze zu Burkina Faso. Dort haben wir Krokodile gestreichelt, ein Sklavencamp besichtigt und sind mal eben über die Grenze gehüpft um in Burkina ne Sprite zu trinken. Dann am nächsten Tag, haben wir uns in Bolga in einen Bus gesetzt und sind einmal senkrecht durchs ganze Land gefahren. 15 Stunden Fahrt von den nördlichsten Stadt bis nach Accra. 
Hier haben Maria und ich uns getrennt, aber ich kann sagen es war eine der schönsten Reisen die ich je unternommen habe.

 
Meine dritte und letzte Ferienwoche habe ich dann mit meiner geliebten Tante und meinem Onkelchen aus Köln verbracht die sie wunderbar waren mich besuchen zu kommen. Ich habe ihnen Accra gezeigt, dort waren wir auf dem Kunstmarkt, haben eine Trommelstunde bekommen und waren lecker essen.
Als nächstes sind wir nach Kumasi gefahren um den größten Markt Westafrikas zu sehen und im schönsten Guesthouse zu schlafen das Ghana je gesehen hat.
Die letzten Tage unserer gemeinsamen Ferien haben wir dann in der Escape Three Point Lodge entspannt.
Ich kann nicht sagen, wie schön es war sie hier zu haben, wie gut es tat mal wieder ein Stück zuhause ganz nah bei mir zu haben. Mich quält jetzt doch ein wenig Heimweh.

Man sagt das Leben sei ein Buch und wer nicht reise würde nur eine einzige Seite lesen. Ich hab in diesen drei Wochen mal wieder gemerkt wie absolut war das ist.