Drei Wochen Urlaub. Drei Wochen völlige
Freiheit und ein riesiger Haufen neuer Erlebnisse.
Woche Nummer 1:
Ich habe zwei Tage mit Ole und dessen
Familie an der Voltamündung verbracht. Dieser Ort ist einfach
unglaublich. Da wohnt man an einem wunderschönen See mit
spiegelglattem glasklaren Wasser in Bambushütten am Strand und wenn
man einmal die Dünen hinter sich überquert hat ist man an der
Atlantikküste. Das ist so verrückt, auf der einen Seite
Badewannenwasser und auf der anderen Seite tobende Wellen, keine 100
Meter von einander entfernt.
Im Anschluss daran habe ich mich
alleine aufgemacht in die Voltaregion, zwei Freunde besuchen die dort
in Wusuta arbeiten und leben. Ich habe eine völlig andere
Ghana-Volunteer-Welt kennen gelernt. Ich, in Swedru mit dreißig
Mitfreiwilligen um mich herum, war völlig begeistert von der dort
herrschenden Ruhe und Abgeschiedenheit. Ich glaube ich hatte seit
Monaten nicht mehr so viel in 48 Stunden geschlafen.
Das Osterwochenende:
Jedes Jahr an Ostern findet mitten in
Ghana ein Paraglyding Festival statt zu welchem Profis aus der ganzen
Welt kommen um begleitete Sprünge anzubieten. Gleichzeitig findet in
der nächsten Bergstadt eine Art riesiges Straßenfest statt, bei
welchem drei Tage lag gefeiert wird und auch namenhafte ghanaische
Künstler auftreten, wie zum Beispiel Shatta Wale. (Der wird jetzt
den wenigstens was sagen, aber ich schwöre in Ghana ist der der Star
schlecht hin!) Da war ich von Freitag bis Sonntag mit vielen von
meinen Lieben und Verrückten, habe gefeiert, mir die Gegend
angeschaut und die Sprünge und die Aussicht bestaunt.
Ein Ostern der etwas anderen Art, aber
wirklich unvergesslich schön.
Woche Nummer 2:
Und dann gingen meine Ferien eigentlich
erst so richtig los!
Ostermontag habe ich mich mit Maria auf
gemacht in Norden. Wir sind über Kumasi nach Tamale gefahren. Das
ist die größte Stadt in der Northern Region. Wir waren völlig
überwältig von der Veränderung. Alles dort ist weiter, flacher,
offener und teilweise wesentlich entspannter. Glücklich gemacht
haben mich irgendwie auch die hunderte von Frauen die auf ihren
Mopeds ganz selbstständig rumgedüst sind.
Von da gings weiter nach Larabanga, ein
kleines Dorf wo wir bei einer muslimischen Familie auf dem Dach
gepennt haben. Dieses dorf befindet sich gute 10 Kilometer vor dem
berühmten Mole Nationalpark wo wir früh morgens hingeradelt (!)
sind um endlich Elefanten zu sehen.
Es war einfach unbeschreiblich! Ich meine wir haben wahrscheinlich alle schon Elefanten gesehen - im Zoo - aber es wird einem erst klar wie beeindruckend sie sind wenn sie in freier Wildbahn plötzlich direkt vor einem stehen. Oder deiner Safari Gruppe plötzlich hinterher rennen, ist auch ne Erfahrung wert!
Nach dem Mole ging es weiter nach Bolgatanga, die nördlichste Stadt Ghanas und von da aus nach Paga das Dorf an der Grenze zu Burkina Faso. Dort haben wir Krokodile gestreichelt, ein Sklavencamp besichtigt und sind mal eben über die Grenze gehüpft um in Burkina ne Sprite zu trinken. Dann am nächsten Tag, haben wir uns in Bolga in einen Bus gesetzt und sind einmal senkrecht durchs ganze Land gefahren. 15 Stunden Fahrt von den nördlichsten Stadt bis nach Accra.
Hier haben Maria und ich uns getrennt, aber ich kann sagen es war eine der schönsten Reisen die ich je unternommen habe.
Meine dritte und letzte Ferienwoche
habe ich dann mit meiner geliebten Tante und meinem Onkelchen aus
Köln verbracht die sie wunderbar waren mich besuchen zu kommen. Ich
habe ihnen Accra gezeigt, dort waren wir auf dem Kunstmarkt, haben
eine Trommelstunde bekommen und waren lecker essen.
Als nächstes sind wir nach Kumasi
gefahren um den größten Markt Westafrikas zu sehen und im schönsten
Guesthouse zu schlafen das Ghana je gesehen hat.
Die letzten Tage unserer gemeinsamen
Ferien haben wir dann in der Escape Three Point Lodge entspannt.
Ich kann nicht sagen, wie schön es war
sie hier zu haben, wie gut es tat mal wieder ein Stück zuhause ganz
nah bei mir zu haben. Mich quält jetzt doch ein wenig Heimweh.
Man sagt das Leben sei ein Buch und wer nicht reise würde nur eine einzige Seite lesen. Ich hab in diesen drei Wochen mal wieder gemerkt wie absolut war das ist.